Protokoll der AG Fundi
Angelika, Elisabeth (Protokoll), Gisela, Uli
1. Alternative Ökonomie
Wir fanden es schwierig, die Fragebogen-Antworten zu bewerten, weil viele Aussagen irgendwie richtig schienen, aber nicht deutlich war, auf welche Projekte sie sich bezogen. Es gibt ja nicht die" Alternative Ökonomie, sondern viele verschiedene Arten von Betrieben und Projekten, auf die teilweise unterschiedliche Beobachtungen und Einschätzungen zutreffen.
Darum haben wir uns mit der Frage beschäftigt: Was ist aus unserer Sicht Alternative Ökonomie"?
Im weiteren Sinne läßt sich darunter alles verstehen, was weder profitwirtschaftlich am Markt orientiertes Handeln ist, noch staatliche Bürokratie. In diesem Bereich (könnte als Dritter Sektor definiert werden) gibt es einmal die alternative Ökonomie im engeren, politischen Sinne, und daneben eine Grauzone mit mehr oder weniger alternativökonomischem Anspruch, in der wir aber unsere Kriterien alternativer Ökonomie nicht erfüllt sehen.
Kriterien alternativer Ökonomie im engeren, politischen Sinne:
Sie treffen immer zu, bzw. ohne sie handelt es sich aus unserer Sicht nicht um alternative Ökonomie (zumindest was die formale Struktur angeht, in der Realität ist das natürlich nicht immer in vollem Maße verwirklicht):
nicht profitorientiertes Wirtschaften
emanzipatorischer politischer Anspruch
gemeinsames Eigentum
basisdemokratische Entscheidungsstrukturen
Weitere Kriterien, die häufig im Bereich der alternativen Ökonomie anzutreffen sind:
bewußter Umgang mit der Geschlechterfrage
bewußter Umgang mit Ökologie
bewußter, pfleglicher Umgang untereinander
Wir sehen die Kriterien alternativer Ökonomie z.B. erfüllt in:
selbstverwalteten Betrieben
selbstverwalteten Projekten (soziale Projekte, Frauenprojekte, soziokulturelle Zentren etc.)
kleinen Genossenschaften
Kommunen
Tauschringen
Wir sehen einen Teil von Kriterien alternativer Ökonomie umgesetzt in der Grauzone, die wir aber nicht mehr zur alternativen Ökonomie zählen würden, bei:
individuell Selbständigen (auch aus unseren Reihen)
Kleinunternehmen im Privatbesitz
ökologischen Betrieben (UnternehmensGrün)
sozialen Betrieben und Projekten (nicht-selbstverwaltet)
Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten des 2. Arbeitsmarktes
Großgenossenschaften
2. TAK AÖ
Ausgehend von unserem Verständnis alternativer Ökonomie haben wir unsere Erwartungen an den TAK AÖ formuliert:
1. Wir wünschen uns vom TAK AÖ ein politisches Verständnis von alternativer Ökonomie, die einen emanzipatorischen Anspruch haben soll und Modelle zur Förderung sozialer Ungleichheit (z.B. Kombilohn) ablehnt.
2. Wir möchten uns mit der Frage beschäftigen, was stabilisierende Faktoren alternativökonomischer Betriebe und Projekte und ihrer sozialen und ökologischen Ansprüche sind (z.B. Themen für Utrecht nächstes Jahr):
welche Erfahrungen gibt es?
was sind immer wiederkehrende Schwierigkeiten?
was hat Bestand (strukturell und inhaltlich)?
3. Wir sehen den TAK AÖ als einen Rahmen, in dem sich Menschen aus verschiedenen Zusammenhängen und mit unterschiedlicher Ausrichtung (auch politisch) treffen können.